Land der Berge, Land der Imbisse

Fressen müssen die Leute immer. Dieser Spruch hat wohl eine neue Bedeutung bekommen. Nicht nur die Supermärkte sind voll gestopft, sondern auch die Gastronomie hat es endlich wieder geschafft,  die Krise zu mindestens ein wenig zu umgehen.  Dank Schnellimbisse. Am besten geht es hier den Imbissständen. Die Österreicher stehen auf ein schnelles Mahl zwischen durch und au kühles Bier. Über 71 Prozent der Gastronomen wurden befragt und einige davon sind mit ihrem Umsatz zufrieden bis sogar sehr zufrieden. Und das bei über 1405 Befragten. Das kann sich doch sehen lassen. Natürlich war die Saison 2008 um eine Spur besser, nur leider findet nicht alle Jahre eine EM im eigenen Land statt. Am glücklichsten sind die Gastronomen im Westen, die können sich fast gar nicht beschweren.. Am ehesten jammern noch die Wiener. Diese fürchten sich vor allem, vor schlechten Wetter. Was eher verwunderlich ist, alkoholfreie Getränke werden immer beliebter. Bier wird immer weniger bestellt. Darunter leiden vor allem Bars und Diskotheken, denen Einnahmequelle ja eigentlich nur der Alkohol ist. Besonders im Sommer, sind Indoor Lokale total am zittern. Deswegen expandieren auch viele nach draußen. Im Trend sind derzeit vor allem öffentliche Einrichtungen direkt am Wasser oder in der Innenstadt mit cooler Umgebung.

Mehr Angst haben Cateringfirmen und teure Restaurants. Die Nachfrage nach einem Geschäftsessen ist gesunken. Kein Wunder, weil alle anderen Firmen ja auch sparen müssen. Am ehesten natürlich beim Essen. Man kann aber gut beobachten, dass in Zeiten der Krise viel mehr Menschen im Business Look am Würstelstand stehen. Auch hier wird lieber der schnelle Imbisse konsumiert und mehr gearbeitet. Was auch wieder logisch ist. Lange Geschäftsessen sind in der Regel nur dann sinnvoll, wenn man wirklich einen Großauftrag an Land ziehen kann. Viele Firmenbosse sind in der Vergangenheit aber auch oftmals nur zum Mittagessen auf Staatskosten in die Luxusbuden verschwunden. Dieses Spiel ist im Moment leider vorbei. Zumal die meisten auch wirklich ihre Zeit in Arbeit investieren. Aufträge müssen generiert und natürlich umgesetzt werden. Auf Grund von Kurzarbeit und Personaleinsparungen, bleibt natürlich auch viel mehr Arbeit hängen. Das wiederum ist wieder ein Grund, warum Cateringunternehmen um ihr Überleben bangen. Leider leiden auch die Firmenfeiern darunter. Statt Prosseco wird gearbeitet und das ist auch gut so.  Imbissstände haben hier einige Vorteile zu verbuchen. Erstens ist das Essen schnell zu bereitet und zweitens ist es regelrecht günstig. Da man hier nicht lange an einem bequemen Tisch verweilen kann, begibt man sich doch auch schneller wieder in die Firma zurück. Möchte man in dieser Wirtschaftslage einen Gastronomiebetrieb auf machen, so sollte man sich einen Standort suchen, wo viele Firmen angesiedelt sind und es noch nichts vergleichbares gibt. Neben dem örtlichen Supermarkt, pflanzt man sich mit einem Würstlstand eine Goldgrube. Schon bald wird man Menschen in Anzug und Krawatte bedienen können. So kurbelt sich gegenseitig die Wirtschaft an.  Man muss nur an den richtigen Ecken, ansetzen, dann klappt es auch mit dem Erfolg. Überteuerte Preise und Sternrestaurants, sollten sich lieber auch ein neues Konzept überlegen, bevor sie alle nach der Reihe ihre Tore für immer schließen.

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